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Wasser – ein schmutziges und hochprofitables Geschäft

In der EU gibt es ernsthafte Bestrebungen, das Trinkwasser zu privatisieren. Dieser auf den ersten Blick beinahe absurd klingende Vorschlag ist eingedenk der vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Verschuldung der Mitgliedsländer und dem ungeheuren Einfluss der Industrie zwar verständlich, wird aber wie üblich den Endverbraucher in jeder Hinsicht teuer zu stehen kommen.

 

Wenn das Lebensrecht privat wird

Wasser ist das unabdingbarste Lebenselixier für Menschen, Tiere und Pflanzen. Alleine der Gedanke, das Trinkwasser zu privatisieren, ist schlichtweg ungeheuerlich, da ein solcher Vorstoß unweigerlich die Frage aufwirft, wem das Nass eigentlich gehört und welche Konsequenzen eine Privatisierung haben könnte: Wenn ein Unternehmen etwa die Quelle der Donau erwirbt: Ist es damit berechtigt, Staaten, welche aus der Donau ihr Wasser beziehen, den Fluss durch einen Staudamm vorzuenthalten, falls diese nicht auf gewisse Preisforderungen eingehen? – Wer würde entsprechende Interessen der Menschen in den betroffenen Staaten dann vertreten? – Müsste die Armee eines Landes dann womöglich sogar die Interessen eines Konzerns mit Waffengewalt durchsetzen, was ohnehin allenthalben auf der Welt passiert und bislang eher schweigend hingenommen wird?
Der Bodensee etwa versorgt Teile dreier Länder mit Wasser: Deutschland, Österreich und die Schweiz, welche nicht EU-Mitglied ist. Wie möchte die EU eigentlich die Rechte am Wasser aus dem Bodensee privatisieren, falls die Schweiz dies nicht wünscht?
Das Geschäft mit einer Lebensgrundlage ist wohl generell ein schmutziges Geschäft; hier drohen indes ungeahnte Konsequenzen.

 

Die Tücken des Profitdenkens

Immer mehr und neue Lebensmittelskandale zeigen, wie wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Verbraucher genommen wird, wenn es darum geht, Profit zu machen: Die Nahrungsmittelindustrie ist ein schmutziges Geschäft. Hier kann allerdings eingewendet werden, dass niemand gezwungen wird, Tiefkühlfleisch aus großen Supermärkten zu Billigstpreisen zu erwerben und zu verzehren. Wasser hingegen kann man sich nicht aussuchen und es ist ihm auch nicht anzusehen, durch welche schäbige, nicht gewartete und verrostete Leitung es fließt, da der Konzern Gewinne machen und Dividenden an ausländische Aktionäre oder asiatische Investoren ausschütten möchte. Das schmutzige Geschäft werden die Menschen mit ihrer Gesundheit, vielleicht auch mit ihrem Leben bezahlen.

 

Ein schauriger Ausblick in die Zukunft

Bereits heute werden kriegerische Konflikte um Grundwasser ausgetragen. Ein großer Teil der Streitigkeiten etwa um jüdische Siedlungen in Palästinensergebieten hat damit zu tun, dass die Siedler für sich das Recht beanspruchen, die Brunnen der palästinensischen Bevölkerung auszutrocknen: Krieg um Leben. Auch in afrikanischen Ländern gibt es bereits solche Konflikte, welche sich in naher Zukunft durch den erhöhten Wasserverbrauch sicher verschärfen werden, der mit dem Landerwerb durch Nahrungsmittelkonzerne einhergeht. Wer solche Zustände in Europa vermeiden möchte, sollte von einer Privatisierung mit all ihren vollkommen unkalkulierbaren Folgen dringend absehen.
In einer immer dichter besiedelten Welt wäre zu befürchten, dass privatisiertes Trinkwasser letzten Endes das ohnehin entsetzliche Ungleichgewicht in der Verteilung des Wohlstands und der elementaren Lebensgrundlagen weiter verschärft und zementiert.
Dass die Politik in der westlichen Welt lediglich Befehlsempfängerin der Konzerne ist, ist ein Gemeinplatz. Nun aber droht eine letzte Barriere überschritten zu werden. Es bleibt abzuwarten, wann ein erster Vorstoß kommt, die Atemluft zu privatisieren, – oder wann die Bevölkerung endlich zu verstehen gibt, dass es genug ist.

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